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  • WIE? VIELE? WÖRTER? HAT? EIN? KIND? #gastbeitrag von Anette Göttlicher #coronaeltern

    WIE? VIELE? WÖRTER? HAT? EIN? KIND? #gastbeitrag von Anette Göttlicher #coronaeltern

    Bisher wusste ich schon, dass Frauen eine gewisse Menge an Worten haben, die sie pro Tag loswerden müssen. Aber selbst bei Frauen ist irgendwann Schluss mit reden. Da sind dann halt alle Worte aufgebraucht.

    In Coronazeiten lernt man aber dazu!

    Ich z.B. habe gelernt:
    1.) Kinder haben NOCH MEHR WÖRTER zur Verfügung und
    2.) Ich kann nur bis zu einer gewissen Menge Wörter zuhören. Anschließend ist mein Kopf voll und ich bin nicht mehr aufnahmefähig. Bei drei Kindern ist hier aber täglich noch sehr viel im gemeinsamen Wortkontingent übrig, wenn ich aber schon voll bin.

    Was die Kinder so alles reden im Homeschooloffice?
    Die Autorin Anette Göttlicher hat 2 Kinder und es heute perfekt zusammengefasst und ich darf Ihren Text als Gastbeitrag veröffentlichen.


    „Mama, …

    …… was ist ein Senat?
    … wo ist meine Maske?
    … wo ist mein Jojo-Buch?
    … was gibt’s zu essen?
    … gibt’s irgendwo ne Tüte?
    … kannst du mir helfen? Nur kurz
    … der Bruder ärgert mich!
    … die Schwester stört mich!
    … der Bruder ist im anderen Zimmer, nervt aber trotzdem!
    … aua!
    … warum muss ich eine große Schwester haben?
    … krieg ich Geld für die Fahrkarte?
    … warum haben wir keine Milch mehr?
    … wie konjugiert man afficere?
    … wo hast du mein iPad hin?
    … hast du etwa im Kinderzimmer gestaubsaugt? Mir fehlt ein wichtiges Lego-Teil!
    … sorry, hab‘s vergessen, arbeite ruhig weiter
    … fahren wir in den Pfingstferien in den Urlaub?
    … kommt der Bruder auch mit?
    … wo ist mein Geodreieck?
    … ich geh mal aufs Klo
    … kannst du mir helfen? Nur kurz
    … wann kann ich meinen Kumpel treffen?
    … wann gibt’s Essen?
    … gibt’s auch mal wieder was anderes als Nudeln und Risotto und Gemüse?
    … kann ich ne Cola?
    … au!
    … was ist past progressive?
    … hast du ne E-Mail von meinem Geschichtslehrer bekommen?
    … wo ist meine EC-Karte?
    … wie ist die PIN?
    … aua, hör auf!!!
    … er hat angefangen!
    … sie hat angefangen!
    … Alter, bist du genervt!
    … kannst du mir helfen? Nur kurz
    … welcher Bus fährt ins Westend?
    … was arbeitest du eigentlich? Du sitzt immer nur vor dem MacBook
    … wie spät ist es?
    … au!
    … ich war auf dem Klo
    … ich hab keine sauberen Jeans mehr, keiner hat die gewaschen
    … der Biomüll stinkt!
    … wo ist mein orangener Stift? Nein, nicht der, der andere!
    … kannst du mir bei dem Jitsi-Login helfen?
    … wo ist das Ladekabel fürs Laptop?
    … ich muss was basteln und brauche Wolle in fünf Farben, DIN-A-2-Pappe und Tapetenkleister
    … wann bekomme ich Inlineskates?
    … wann feiern wir meinen Geburtstag nach?
    … warum hab ich einen kleinen Bruder?
    … Alter!
    … bekommen wir noch ein Baby?
    … kannst du mir helfen? Nur kurz
    … wie definiert man Republik?
    … ich bin fertig mit meinem Wochenplan
    … ist doch egal, dass der aus dem April ist
    … ich hab Hunger!
    … wann gehst du einkaufen?
    … kannst du meine Maske waschen? Ich brauch sie in 20 Minuten
    … wann hat Platon gelebt?
    … ich war höchstens eine Stunde auf dem Klo, du musst nicht immer gleich ausflippen
    … wieso kannst du so nicht arbeiten? Wir sind doch ganz leise
    … auaaaaaaa!
    … wann gibt’s eigentlich Essen?
    … soll ich schon mal die Herdplatte anstellen?“


    Vielen vielen Dank Anette! Das fasst es perfekt zusammen! 🙂

    Und wenn wir mit Schüler-Lehrer-Spielchen fertig sind, dann quasseln die einfach weiter. Ich überlege seit Wochen woran das liegt. Warum reden die mehr als früher? Hysterie? Lagerkoller? Mitteilungsbedürfnis weil Mama mehr verfügbar ist?

    Meine Vermutung: Das, was die sonst an Bushaltestelle, im Schulbus, auf dem Pausenhof, im Unterricht, in der Mensa, im Hort, bei Ausflügen, auf dem Heimweg, mit Freunden, am Telefon oder sonstwo loswerden, all DAS prasselt nun auf mich ein!

    Wie ist das bei Euch?

  • Für Mama zum Muttertag

    Für Mama zum Muttertag

    Liebe Mama,

    zum diesjährigen Muttertag widme ich Dir diesen Blogbeitrag und sage von ganzem Herzen: „Danke!“ Denn, ohne Dich wäre ich nicht das, was ich heute bin!

    Du hast mich geboren. Ohne Dich gäbe es mich überhaupt nicht. 🙂

    Du hast mich gewindelt, betreut, versorgt, bekocht, mir 2 Brüder und ein liebevolles Familienleben geschenkt (das war nicht immer einfach, ich weiß das). Du hast bei den Hausaufgaben geholfen, mich herumkutschiert mit dem Auto weil wir auf dem Land wohnten, mich vor Herausforderungen gestellt, mir Aufgaben übertragen, mich machen und selbständig werden lassen. Ich wurde echt gut erzogen, im richtigen Moment losgelassen und Du hast mir immer das Gefühl gegeben, dass ich jederzeit zurückkommen kann, was in Situationen die mich überforderten auch getan habe. Du warst für mich da. Du gabst mir dann den nötigen Halt und gabst mir die Kraft wieder fröhlich in die Welt da draußen hinauszugehen.

    Wenn ich Designerklamotten oder sonstigen teuren modischen Firlefanz haben wollte, dann gab es das nur ganz ganz selten, denn wachsende Menschen tragen es zu kurz, die Vernunft musste siegen und meine Phantasie entwickelte Alternativen. Vielleicht weiß ich deshalb bis heute wie man improvisiert.

    Als der Mann in meinem Leben mich tief enttäuscht hatte nahmst du mich auf und in den Arm und die Welt sah schon wieder besser aus. Nach einer Woche bei Dir hatte ich mein Selbstbewusstsein wieder und konnte mein Leben neu ordnen.

    Diese Momente aber erzähle ich immer am liebsten wenn ich gefragt werde was für eine Beziehung ich zu meiner Mutter habe:

    Die Mittwoch-Abend-Abmachung

    Als ich mit 16 Jahren für die Hotelfachschule ins Rheinland zog, bekam ich ein Dachzimmer bei einer wirklich total netten Familie. Handys gab es noch nicht und telefonisch war ich nur über das Familientelefon im Flur im Erdgeschoss erreichbar. Um die Familie nicht immer wieder zu stören hatten wir die Mittwoch-Abend-Abmachung. Mama rief mich auf dem Telefon der Familie immer Mittwochs um die gleiche Zeit an. Das war ein sehr beruhigendes Ritual, das mir die frühe Trennung echt erleichtert hat. So konnte ich wöchentlich alles bei Ihr abladen und bekam die vertrauten Ratschläge.

    Die Weisheitszähne

    Mit 18 war ich in der Ausbildung als Hotelfachfrau im Sauerland. Über die Weihnachts- und Silvesterfeiertage hatte ich Dienst und meine Eltern waren mit meinen Brüdern im Urlaub. Am 3.1. wurden mir 3 Weißheitszähne gezogen und ich schlief quasi 2 Tage durch. Am 6.1. rief Vormittags meine Mutter bei der Vermieterin an (ich hatte immernoch kein eigenes Telefon), meldete sich aus dem Urlaub zurück und erkundigte sich wie es mir geht nach der OP und ob ich heim kommen möchte ganz tapfer: „nein, nein, ganz gut, ich schlafe sowieso die meiste Zeit“, ging wieder ins Bett, und heulte weil ich sie plötzlich schrecklich vermisste. Zum anrufen hätte ich aber nochmal zu meiner Vermieterin gehen müssen und selber fahren traute ich mir noch nicht zu. Selbst beim schreiben kommen mir gerade schon wieder die Tränen.

    Abends klingelte es an der Haustür. Meine Mama! „Komm wir packen ein paar Sachen und ich nehm Dich mit!“ Ich war total überrascht und so erleichtert und dankbar wie vermutlich noch nie bis dahin. „Und mein Auto?“ auch daran hatte Mama gedacht und Papa mitgebracht. Der fuhr mein Auto heim und ich entspannte mich bei Mama auf dem Beifahrersitz. Seit dem weiß ich, eine Mutter spürt ganz genau wie es Ihrem Kind geht und was es braucht.

    Das Bankkonto und der Wohnsitz

    Als ich nach der Ausbildung eine neue Stelle in Düsseldorf hatte meldete ich zum ersten Mal meinen Wohnsitz um und eröffnete ein Bankkonto außerhalb meines Heimatdorfes. Da hat meine Mutter fast geweint. Ich hab sie gefragt warum. Bisher war ich zwar schon seit 3 Jahren nicht mehr Zuhause, aber ich hatte dort meinen ersten Wohnsitz, mein Bankkonto, meine Heimat. Ich verbrachte alle freien Tage dort und war für sie quasi noch „zu Hause“. Nun aber zog ich nach Düsseldorf. Hatte den Mietvertrag zum ersten Mal selber und alleine unterschrieben. Verlegte meinen Wohnsitz und kündigte mein Bankkonto. Für Mama fühlte es sich an als würde ich für immer aus Ihrem Leben verschwinden.

    Damals habe ich sie nicht verstanden. Ich wohnte doch schon seit Jahren nicht mehr dort, aber der Wohnsitz auf dem Papier und das Bankkonto waren noch da. Heute verstehe ich sie. Meine Große ist 15, fühlt sich wie volljährig und benimmt sich als könne ihr die ganze Welt gehören. Sie wird flügge und mir blutet ab und zu das Mutterherz und ich möchte die Gluckenflügel ausbreiten und sie zurückholen. Natürlich habe ich Tage, da könnte ich die Bande zur Adoption freigeben, aber im Grunde habe ich schon jetzt Angst davor dass eines meiner Küken auszieht und sie ganz alleine sind. Da draußen. In der großen weiten Welt.

    Und ich rufe heute am Muttertag meiner Mama aus der Ferne zu: Es geht mir gut! Und das habe ich größtenteils DIR zu verdanken.

    Die Läuse

    Viele Jahre später wohnte ich mit dem Göttergatten und unseren Kindern in Spanien. Wenige Wochen nach der Geburt des zweiten Kindes hatte ich leider Pfeiffrisches Drüsenfieber, der Säugling eine Nagelbettentzündung und ich war am Ende meiner Kräfte, da der Krankenhausaufenthalt in Spanien sehr anstrengend war. Samstags morgens entdeckte ich beim stillen ein seltsames Tier auf der Stirn des Babys. Wir hielten es für ein spanisches Insekt. In meinem Hinterkopf aber fing es an zu rattern, denn das Insekt war direkt aus meinen Haaren auf die Stirn gefallen. Dr. Google bestätigte: Läuse! Dr. Google riet auch zu ALLES auf hoher Temperatur waschen, ALLEN die Haare auskämmen, ALLE Kuscheltiere in Quarantäne, ALLES absaugen, ALLES putzen. Wir hatten 300 qm, der Mann ab Montags wieder unterwegs und ich keine Kraft. Ich rief meine Mutter an, wollte mich auskotzen und meinen Frust loswerden. Die hatte aber keine Zeit in dem Moment und wimmelte mich ab mit den Worten: „Das schaffst Du schon!“ DAS war nicht das was ich hören wollte. Ich wollte bedauert werden. Ich wollte Mitleid. Ich war total enttäuscht.

    Am Sonntag morgen rief sie an: „Wir haben gerade einen Flug gebucht, ich komme morgen!“ … *hiertausendfliegendeherzeneinfügen*

    Heute bin ich selber Mutter

    Seit ich selber Mutter bin weiß ich ganz genau wie schwer so manches ist und wenn ich heute mit den pubertierenden Teenagerkindern reden, streiten, durchhalten muss, dann weiß ich genau was das Richtige ist und vor allem wird mir bewusst, dass Du seinerzeit bei uns Dreien alles richtig gemacht hast. Ich erziehe meine Kinder so wie Du es mit uns gemacht hast. Weil ich merke dass es gut war. Das sehen die Kinder natürlich derzeit nicht so, aber ich hoffe später ein ebenso tolles Verhältnis zu haben wie wir zwei und vielleicht erkennen sie dann auch, dass es Wichtig und Richtig war. 🙂

    Und so ist aus mir auch eine gute Mutter geworden. Durch Dich!

    Du hast mir vorgelebt so zu sein wie ich jetzt bin: selbstbewusst, selbstständig, zielstrebig, eigensinnig, fröhlich, humorvoll, stark, liebevoll, fürsorglich, nicht zu übertrieben gluckig, bodenständig, offen, und vieles Vieles mehr!

    Danke Mama! Du bist das Beste was einer Tochter als Mutter passieren kann. Ich liebe Dich!

     
  • Mama braucht eine Auszeit

    Mama braucht eine Auszeit

    Einmal im Jahr treffe ich mich auf ein Mädelswochenende mit meiner besten Freundin in einer schönen Stadt. Da sie Letztens nach Österreich in ein tolles Haus gezogen ist war diesmal ein Besuch in Ihrer neuen Heimat angesagt.

    Mit Kindern ist acht Stunden konzentriert durcharbeiten nicht mal im Co-Working-Space möglich. Und so wünschte ich mir inzwischen nun schon lange nicht nur eine Mama-Auszeit, sondern auch eine Arbeitsauszeit von der Familie. Und so habe ich die Pflicht mit der Kür verbunden und fuhr von Mittwoch bis Montag mit dem Zug in die Berge.

    Ich gönnte mir die erste Klasse und hatte somit reservierte Plätze mit Tisch und im ICE sogar Strom, WLAN und serviertes Essen und Getränke.

    Bisher bin ich kein begeistertet Bahnfahrer, denn meistens hatte ich wie hier schon mal beschrieben einfach Pech mit der Bahn. Diesmal hat es aber super geklappt. Ich konnte wirklich die gesamte Zugfahrt, nur kurz unterbrochen von Umsteigen in Erfurt und München, schon super bis Lindau arbeiten.

    Von Lindau ging es weiter mit der österreichischen Eisenbahn am Bodensee entlang zu meiner Freundin nach Dornbirn. Den Abend verquatschten wir natürlich bei 1-3 Gläschen Wein. Herrlich.

    An den Bahnhöfen hatte ich genügend Zeit zum umsteigen und konnte so auch endlich mal wieder ein paar coole Ecken entdecken. Ich liebe solche Fotomotive und die Zeit für Streifzüge nimmt man sich im Alltag viel zu selten.

    Ich gestehe ich habe ausgeschlafen am nächsten Morgen. Da ich aber ja wusste, dass meine Freundin nicht vor 19:00 Uhr aus der Weinhandlung heimkehren würde, habe ich in Ruhe gefrühstückt und dann gearbeitet, gearbeitet und nochmal gearbeitet.

    Mit Blick in den verschneiten Garten war das gleich ganz anders als Zuhause am Schreibtisch, wo ich auch privaten Kram zu erledigen habe, das Hirn ständig Sachen einwirft die vielleicht doch dringender wären, die Postboten klingeln, die Waschmaschine ruft und die Spülmaschine auf dem Weg zur Kaffeemaschine freundlich winkt.

    Ich habe in 2 Tagen sage und schreibe ein ganzes Konzept fertiggestellt. Dafür brauche ich Zuhause 2-3 Wochen, weil ich immer wieder abgelenkt werde mich ablenken lasse.

    Ich hatte meine Familie gebeten eine echte Auszeit zu bekommen. Die Bitte war also, mich nicht wegen jedem Scheiß anzurufen. Daran haben sie sich auch echt gehalten. So konnte ich mich wirklich zu 100% auf meine Arbeit konzentrieren und komplett abschalten. Das hat unendlich gut getan. Denn so konnte ich mein Verantwortungsgefühl komplett ablegen. Wenn man als Mutter so weit weg ist, kann man eh nicht eingreifen.

    Die TT und das Spanienkind (15 & 12) sind mit Monatskarte flexibel und sowieso sonst auch für Ihre Nachmittagstermine selbständig zuständig. Für den Sonnenschein (8) gibt es den Schulbus und sie ist nun stolze Besitzerin eines eigenen Haustürschlüssels. Das alleine sein nach dem Heimkommen haben wir in den Wochen davor schon ausprobiert. Und für den einen Nachmittag, an dem sie noch Tanz-AG hatte, ist meine Nachbarfreundin eingesprungen.

    So konnte ich sechs Tage Abwesenheit ohne Familiengedöns komplett genießen. Ich bekam per WhatsApp ab und an ein paar Nachrichten und Videos und auch ich schickte Fotos. 🙂

    Das Wochenende waren wir bei schönstem Sonnenschein in den völlig verschneiten Bergen unterwegs. Und natürlich am Bodensee an der Seebühne in Bregenz. Das Wetter hätte mir mit den Schneemassen ja fast die Anreise verhagelt, aber mit der Sonne nun war es ein Traum!

    Nun sitze ich wieder im Zug, bin auf dem Rückweg zu meinen Lieben und rate allen Müttern: Gönnt Euch diese Auszeiten! Es ist wichtig auch mal ganz alleine was ganz anderes zu unternehmen. 😊

  • Ich ziehe aus! Mein vermutlich mutigster Schritt der letzten 15 Jahre!

    Ich ziehe aus! Mein vermutlich mutigster Schritt der letzten 15 Jahre!

    Ganz ehrlich? … Mir REICHTS!
    ICH !!! ZIEHE !!! AUS !!!

    Diese Unordnung im kinderreichen Haushalt! Diese fertigpiepsende Waschmaschine die ausgeräumt werden möchte. Der nach Einräumen schreiende Geschirrspüler! Die klingelnden Paketzustelldienste die den ausserhäusigen Nachbarn was bringen wollen, die sie NICHT, dafür aber mich im Homeoffice antreffen! Die Baustelle hinter dem Haus mit Ihren lauten Maschinen. Der Hausmeister mit dem lauten Rasenmäher vor dem Haus. Ich kann einfach nicht mehr!
    Ich komme hier im Homeoffice einfach nicht zum fokussierten arbeiten! 🙁

    Ich bin selbständig! Ich habe ein erfolgreiches kleines Unternehmen gegründet! ABER … ich habe eben auch eine Familie, einen Ehemann, einen Haushalt, einen ehrenamtlichen Job. Somit viele viele andere tägliche Dinge die, außer meiner Tätigkeit als Eventberaterin, ebenfalls auf und neben meinem Schreibtisch auf mich warten. UND … ablenken.

    Es ist doch so: Sobald die Kinder und der GG um 07:30 Uhr das Haus verlassen haben weiß ich nicht wo ich anfangen soll! Erst der Haushalt oder erst das Büro? Meistens räume ich den Frühstückstisch ab, lüfte die Schlafzimmer schnell durch und schmeiß eine Maschine Wäsche an! Dann will ich an den Schreibtisch, denn die Zeit ohne Kinder will ich natürlich für die Firma nutzen.
    Beim lüften finde ich in den Kinderzimmern aber jede Menge Dinge, die auch „noch eben schnell“ gemacht werden. Statt nur die Wäsche anzustellen lege ich „noch eben schnell“ ein paar Teile zusammen.  … und in Schränke, und sortiere noch ein wenig Schmutzwäsche im anderen Bad.

    JETZT ABER!

    09:00 Uhr endlich an den Schreibtisch. E-Mails lesen und beantworten. WIRLICH nur die Geschäftlichen! – Oh, die Schule/der Verein/die Praxis. – Ach, schon wieder ein Terminwechsel für den Elternabend/Ausflug/Termin. – Den trag ich schnell um! – So, JETZT ABER … – das Telefon klingelt – ach ja stimmt, ich hatte dem Kinderarzt auf den AB gequatscht. „Leithe – ja, die Impfung ist fällig – ja, die Kleene kann auch schon Mittags – ach da sind sie nicht da – mh, dann ist das erst in 6 Wochen – o.k, danke“!
    So, JETZT ABER … – 316 Spam-Mails löschen – ein paar Mails beantworten – einem vorübergehenden Nachbarn höflich winken – die Waschmaschine piepst – ein paar Mails beantworten – die Waschmaschine piepst immer noch – ein Angebot erstellen und versenden – die Waschmaschine schnell in den Trockner umräumen sonst macht mich das piepsen noch wahnsinnig (wenn ich es wegprogrammiere finde ich die nässe Wäsche erst am nächsten Tag, schon ausprobiert *zwinker*) – die Bügelwäsche schon mal mit runternehmen – im Wohnzimmer noch Gläser von gestern finden und schnell in die Spülmaschine räumen – wenn ich da jetzt noch 3 Teile reinstelle kann ich die auch anmachen – oh da steht noch die Packung von gestern, die nehm ich schnell mit in die Kammer – SO! JETZT ABER!!!!! – 2 Mails beantworten – Konzeptordner öffnen – 3 Zeilen überarbeiten – in Kundenangaben eingrooven – es Klingelt an der Tür – Paket für die Nachbarn.

    11:00 Uhr – Kaffee, ich brauche jetzt DRINGEND einen Kaffee. Also ab in die Küche – auf demWeg dahin ein Paar Hausschuhe wegräumen – Kaffeemaschine anschmeißen – Milch holen – Kaffee machen – oh, wieso klebt denn da die Arbeitsfläche – iih, der Spüllappen stinkt – aufhängen – neuen holen – klebrige Stelle wegwischen – oh, und wer war da mit den Patschefingern wieder am Backofen – den könnte ich auch mal wieder saubermachen – nicht jetzt, JETZT muss ich arbeiten – wieder am Schreibtisch meldet das Handy eine Erinnerung – die erledige ich noch schnell und dann …. dann muss ich auf die Toilette, und was da passiert habe ich HIER schon mal eindrucksvoll geschildert. *schmunzel*

    Bis ca. 15:00 Uhr habe ich dann noch Zeit. Aber dummerweise habe ich auch irgendwann Hunger und koche Mittagessen, klingeln noch mindestens 2 weitere Paketdienste, ruft meine Mutter/Freundin/andere Menschen an, piepst der Trockner und die Spülmaschine, holt ein Nachbar sein Paket ab, will die Kaffeemaschine eine Reinigung oder ist der Artikel in der Zeitschrift auf dem Klo so spannend.

    Ich bin vermutlich ungeeignet für das Homeoffice

    Wenn ich studiert hätte, wäre ich vermutlich noch immer nicht fertig, weil ich Zuhause nicht gelernt hätte. *augenroll* Das Homeoffice ist GROSSARTIG, versteht mich nicht falsch. Ich habe meine Firma bis hierher ja schließlich hier am Schreibtisch in den eigenen 4 Wänden gebracht. Aber irgendwie komme ich nun nicht weiter! Zumindest nicht effektiv.

    Bisher war es extrem praktisch selbständig zu sein und Zuhause arbeiten zu können. Kein Berufsverkehr in dem ich wertvolle Zeit verschwende. Wenn ich ein krankes Kind hatte (und das Risiko eines zu haben ist bei 3 Kindern einfach echt hoch!) konnte ich einfach Zuhause weitermachen wie bisher. Kein Arbeitgeber dem ich mich „schon wieder“ erklären musste. Da ich online arbeite musste ich auch nur selten Termine absagen. Aber irgendwie reicht mir das nicht mehr! Seit die Kindergartenzeit vorbei ist, werde ich als Mutter auch gar nicht mehr SO SEHR gebraucht. Die Kinder haben einen Schlüssel und sind ganz froh wenn ich mal nicht da bin. Sind aber auch stinkig, wenn ich Nachmittags die nicht geschafften Sachen nacharbeite.

    Natürlich nehme ich mir immer wieder vor am Vormittag NUR die Firma zu „bearbeiten“ und privates und Wäsche am Nachmittag zu erledigen, aber dann … ja dann kommt es wieder anders! *seufz*

    Natürlich habe ich mir für jedes zu bearbeitende Thema eine eigene Ablage gemacht. Natürlich lasse ich auch den Haushalt mal liegen. Natürlich gehe ich nicht immer ans Telefon (*räusper* ist eben immer alles wichtig *augenroll*). Natürlich konzentriere ich mich ab und zu auch richtig. Aber eben nicht genug!

    Ich muss das einfach komplett und rigoros trennen!
    Und darum ziehe ich mit meiner die Firma heute aus!

    Während dieser Artikel hier heute erscheint, sitze ich total motiviert und abgeschottet, von allem was mich bisher abgelenkt hat, in meinem neuen Büro! Ein Coworking-Platz in meiner Lieblings-Eventagentur, die eine ganz andere Zielgruppe hat als ich, wir uns aber hoffentlich perfekt Ergänzen und gegenseitig frischen Wind geben und „befruchten“. Wer das ist und wie es dazu kam erzähle ich ein Andermal. 🙂

    Ich freue mich wahnsinnig auf die neuen „Kollegen“, von denen ich schon viele kenne und in mein Herz geschlossen habe, von denen ich aber in den nächsten Wochen auch noch einige neu kennenlernen werde. Seid bitte lieb zu mir, ich weiß, dass Ihr das hier lest! *kusshandzuwerf*

    Ich habe ehrlich gesagt auch ein bisschen Bammel vor diesem Schritt. Geht das wirklich gut? Setzt mich das eventuell unter Druck, weil ich mich dort auch ein wenig nach denen richten muss? Lass ich die Tür auf oder mach ich sie lieber zu? Habe ich dann wirklich alle Unterlagen mit die ich vor Ort brauche? *hibbel* Schmeckt der Kaffee da überhaupt? *zwinker* … ich werde berichten!

    Ein paar Fotos gibt es bis zum ausführlichen Bericht auf meinem Instagram-Account! Guck doch mal rein!

    In diesem Sinne: Frohes Schaffen und drückt mir die Daumen!

  • Meine kleine Mütterbeichte … oder … Der kleine Spielehass möchte aus der Memoryecke abgeholt werden!

    Meine kleine Mütterbeichte … oder … Der kleine Spielehass möchte aus der Memoryecke abgeholt werden!

    Ich muss mal was beichten! Ich habe eine Spiele-Allergie!

    Also nicht direkt eine Allergie gegen Spiele oder das spielen allgemein! Es ist eher so eine Neue-Spiele-für-unseren-Haushalt-Allergie. Oder vielleicht doch eine allgemeine Gesellschafts-Spiele-Allergie!? Ach lies einfach weiter und bild Dir Deine eigene Meinung.

    Wir ersticken in Spielen! Es gibt sie in ALLEN Größen, Formen, Farben und Schränken im Haus. Allergieauslöser in ALLEN Ecken und RAUEN Mengen! Es fing an mit den Exemplaren aus meiner Kindheit Ich entdeckte einige Spiele auf dem elterlichen Dachboden und als ich dann Kinder hatte nahm ich sie mit. Hinzu kommen die Spiele, die man als Erwachsener besitzt. Dann erbten wir sehr viele von der Verwandtschaft mit schon älteren Kindern. Irgendwann wünschten sich unsere Kinder dann bestimmte Spiele und zuguterletzt brachte quasi jeder Besuch Gesellschaftsspiele statt Schoki & Co. mit! Finde ich ja auch toll, mache ich aus pädagogisch wertvollen Gründen ja auch ab und zu wenn wir befreundete Familien besuchen fahren, aber dadurch besitzen wir wie ich nun bei der letzten Aufräumaktion feststellen musste 5 x Memory, 3 x Mensch-Ärger-Dich-Nicht, 6 x Würfel-Puzzle, 3 x Elfer-Raus, 3 x Monopoly, 128 Kartenspiele, usw. (Die 4.628 Puzzle erwähne ich hier jetzt nur am Rande!)

    Dem Merchandising-Wahn der Spielindustrie sei Dank, selbstverständlich je eines von Barbie, Cars, Hello Kitty, Star Wars, Eiskönigin, Yakari und so weiter und so weiter!

    Ich habe beschlossen, ich werde nun mal nach und nach einige Exemplare aus der Sammlung verschwinden lassen und wenn´se Keener vermisst, werden sie weitergeben! *flüster* Wir spielen nämlich sowieso immer die Gleichen!
    Aber PSCHT! *zeigefingeraufdielippenleg*

    Und das sind nur die, die im Wohnzimmer lagern…

    DAS liegt allerdings an mir! *kleinlautzugeb*

    Wir haben inzwischen natürlich auch ganz viele von diesen neu erfundenen Spielen. Damit die Merchandise-Werbe-Trommel weiter rotiert werden meiner Meinung nach echt ziemlich schwachsinnige Spiele erfunden. Damit wieder Großeltern auf die entzückten Schreie Ihrer Enkel in der Spielwarenabteilung reinfallen! *augenroll* Und wer darf das wieder ausbaden? RÖSCHTÖÖÖHHSCH! ICH! Wenn meine Kinder dann Nachmittags und am Wochenende kommen mit zuckersüßem Lächeln und diesem treuen Dackelblick: „Mamaaaahhh, spiel´n wir wahaaaas?“, dann antwortet die genervte und gestresste Mutter, auch wieder ich, in den positiven Fällen mit: „Aber nur was Schönes!“ Und MEINE Kinder wissen inzwischen ganz genau was das bedeutet, nämlich dass Mama keines von diesem neumodischen Kram spielen möchte!

    Just for Info: In den negativen Fällen (die leider öfter vorkommen) kommt das übliche: „Nein, Mama hat keine Zeit!“

    WENN ich dann also mal Zeit habe, will ich immer nur die üblichen Spiele spielen. Irgendwann halten die mich wahrscheinlich für altmodisch! *theatralischaugenroll* Aber ich bin nicht antiquiert, ich habe bloß ein etwas überfordertes Mami-Hirn. Ich bin auch nicht zu faul, echt nicht! Ich gebe einfach offen zu, ich kann und will mir diese komplizierten Spielregeln einfach nicht mehr merken. Selbst wenn ich mich da mal reingearbeitet habe (was meistens schon das Zeitfenster, was ich zum Spielen habe, ausfüllt), dann kann ich die doch schon nächste Woche nicht mehr. Geschweige denn in 3 Monaten wenn das Spiel das nächste Mal rausgekramt wird. Ich bleibe lieber bei MauMau, SchwarzerPeter & Co.

    … NACH der Aussortier-Aktion!

    Ausnahme 1: Ich spiele mit keinem einzigen Kind mehr (egal welche Altersklasse) auch nun eine einzige Partie Memory, da ist vorher schon klar wer gewinnt!

    Ausnahme 2: Phase 10 … das habe ich vor ein paar Jahren gelernt und bin nun süchtig!!!

    Und zum Glück sind die Kinder nun alt genug um in ganz schlimmen Langeweile-Phasen auch mal allein mit den Geschwistern oder Freunden Eines aus der Familiensammlung zu spielen. *frechgrins*

    In diesem Sinne: Mal ehrlich! Wie oft spielst du mit Deinem Kind ein Gesellschaftsspiel?

  • Der ganz normale Wahnsinn … oder … Leben mit Pubertieren! #gastbeitrag

    Manchmal entdecke ich schöne Texte bei Facebook-Freunden! Dieser hier ist von Else Rückle. Wie wir uns gefunden haben kann ich schon gar nicht mehr so genau sagen. Auf jeden Fall „kennen“ wir uns nur online und das schon seit vielen Jahren. Ich verfolge mit wachsender Begeisterung, was Else so ganz nebenbei für die Flüchtlinge tut und sende Ihr an dieser Stelle einfach mal ein DICKES DANKE!

    Vor allem aber sage ich Ihr DANKE, dass ich diesen Ihren Text für Euch veröffentlichen darf, denn er bringt kurz und prägnant auf den Punkt wie der Morgen in einem Haushalt mit Pubertieren abläuft. Ich wünsche Dir viel Spaß beim lesen!

    Frühsport als Pubertiermutter:

    – Kaffee kochen
    – Kinder (3 Stück) wecken
    – Feuer machen
    – Kinder (2 Stück) wecken
    – Kind 1 zum Frühstück nötigen
    – Kind 3 zum 3. Mal wecken
    – 1. Schluck Kaffee trinken
    – Kind 1 zur Schule verabschieden
    – nach Kind 3 suchen und es aufgelöst auf seinem Bett finden. Die Brille ist nicht auffindbar.
    – Zimmer auf der Suche nach der Brille durchforsten
    – Zimmer auf der Suche nach der Brille umräumen
    – Puls ist jetzt im roten Bereich
    – Kind 2 zur Schule verabschieden. Dieses ist jetzt beleidigt, da ich den Zustand ALLER Kinderzimmer bemängele und für das Wochenende Aufräumen verordnet habe.
    – Noch einmal Zimmer und Bett minutiös durchsuchen
    – Brille finden
    – feststellen, dass Kind 3 die ganze Zeit träumend im Bad saß
    – 2. Schluck Kaffee trinken
    – Kind 3 überrascht mit der Info, dass die Bücher bis heute eingebunden in die Schule gebracht werden müssen
    – roter BEREICH!
    – 3. Schluck Kaffee
    – Kind 3 ist mittlerweile zu spät für die Bahn
    – Kind 3 kommt mit einem Zettel, was für die Arbeitsmaterialen zu zahlen ist und meint, das müsste es heute, nach Fächer getrennt, mit zur Schule bringen
    – HOCHROTER BEREICH!
    4. Schluck Kaffee…

    to be continued…

    Ich habe herzlich gelacht, denn genau diese Szenen spielen sich hier quasi fast jeden Morgen sehr ähnlich ab. Hier ist es statt der Brille der Turnbeutel oder Ähnliches, aber sonst … GANZ! GENAU! SO!

    Ich hatte Else gefragt ob wir die Reichweite des Blogs nicht auch nutzen könnten um auf eines Ihrer Projekte aufmerksam zu machen. Da sie aber alles im privaten Rahmen macht und keine Organisation ist, möchte sie lieber auf www.sea-eye.org aufmerksam machen und zu Spenden für diese tolle Hilfsorganisation aufmerksam machen. Wer also wie sie helfen möchte kann hier (Website) oder hier (Facebook) gerne spenden.

    In diesem Sinne: Möchtest Du auch mal was loswerden? Welche Geschichte muss unbedingt mal an die Öffentlichkeit? Schreib mir an simone[at]meinlebenals.de, ich veröffentliche gerne auch anonym!

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